Synagoge

Juden lassen sich in Hadamar erstmals in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts nachweisen, als Graf (später Fürst) Johann Ludwig (1590-1653) ihnen Schutzbriefe ausstellte. Ihre Zahl war jedoch so gering, dass sie keine eigene Gemeinde bilden konnten. Als Versammlungs- und Gebetsräume dienten ihnen Zimmer in Privathäusern. Vor 1812 lagen die am Neumarkt, danach im Judengässchen.

Als der Betraum für die wachsende Gemeinde nicht mehr ausreichte, kam es zu dem Bau einer Synagoge in der Nonnengasse. Im Jahre 1838 beantragte die jüdische Gemeinde die Baugenehmigung, in den Jahren 1840 und 1841 folgten die Bauarbeiten und am 25. Juni 1841 fand die feierliche Einweihung statt. Die Bau- und Grundstückskosten in Höhe von insgesamt 5.035 Gulden bestritt man zu je einem Drittel aus dem Gemeindevermögen, aus Spenden und mit dem Darlehen eines pensionierten katholischen Pfarrers. Die Synagoge war die erste, als solche errichtete im heutigen Landkreis Limburg/Weilburg,

 

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen klassizistischen Rechteckbau mit neugotischen Verzierungen. Den Grundriss füllt zu etwa 2/3 der Synagogenraum mit Frauenempore und zu etwa 1/3 ein Gemeindeversammlungsraum mit einem dazwischenliegenden Eingangsbereich. Die ursprüngliche Ausstattung ist nicht mehr vorhanden.

In der Zeit des Nationalsozialismus blieb die Synagoge in Hadamar nicht verschont. Am frühen Morgen des 4. November 1938 versuchte ein auswärtiger SS-Trupp die Synagoge in Brand zu setzen. Anwohner und Feuerwehr löschten den Schwelbrand. Am Vormittag des gleichen Tages demolierten Schüler unter Anleitung ihres Lehrers die Inneneinrichtung.

Danach wurde damit begonnen, in dem Gebäude ein Stadtmuseum einzurichten. Nach dem Kriege erwarb der Hadamarer Künstler Ernst Moritz Engert (1892-1986) das Gebäude und richtete hier sein Atelier ein. Im Jahre 1980 kaufte es die Stadt Hadamar und renovierte es.

Die Hadamarer Synagoge ist eine der wenigen Synagogen, die die "Reichskristallnacht" überstanden und enthält  heute eine Dokumentation zur Geschichte der Hadamarer Juden.


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