Liebfrauenkirche

Die dreischiffige, spätgot. „Liebfrauenkirche” gilt als Kunstdenkmal nationalen Ranges. Der Pfarrer Jakob von Treysa, der aus einer wohlhabenden Patrizierfamilie in Fritzlar stammte, ließ 1379 eine Kirche zu Ehren "Unserer lieben Frau" errichten. In der Kirche wurde ein Bild der Muttergottes verehrt, das die "Schöne Madonna" oder "Maria im Rosenhag" darstellte. Die Verehrung der "Schönen Madonna" trug wie der Minnesang im Mittelalter viel dazu bei, dass nicht nur das religiöse Empfinden vertieft wurde, sondern auch die Sitten und Umgangsformen eine Veredelung und Verfeinerung erfuhren. Die Grafen von Nassau und Katzenelenbogen ließen die Kirche um 1440 erweitern. Gotischer Deckenschmuck, Kreuzrippen- und Netzgewölbe prägen das Innere der Kirche. Die barocke Ausstattung verdankt sie der Hadamarer Bildhauerschule. Hochaltar und Kanzel sind Werke des Bildhauers Martin Volck. Die jährlich stattfindenden „Liebfrauenkonzerte” erfreuen sich bereits seit 1984 großer Beliebtheit. Bekannte Ensembles und Solisten präsentieren musikalische Meisterwerke aus mehreren Jahrhunderten – jeweils um 16.30 Uhr an den 1. Sonntagen der Monate Juni, Juli, August u. September.

Öffnungszeiten
an Sonn- u. Feiertagen von April-Oktober:
15.00 - 16.00 Uhr
Führung nach Vereinbarung

 

Herzenbergkapelle

Ursprünglich hieß der Berg, auf dem jetzt die Kapelle steht "Hirschberg". Die Schüler des Jesuitengymnasiums pflegten dort in ihrer freien Zeit zu spielen. Pater Musset, der aus Luxemburg stammte, veranlasste die Schüler, dort einen Bildstock zu errichten zu Ehren der "Tröstin der Betrübten". Die Verehrung der Gottesmutter unter diesem Titel brachte er auf diese Weise von Luxemburg nach Hadamar. Bald fanden sich außer den Schülern auch viele Pilger aus der näheren Umgebung ein. 1690 ließ Prinzregent Franz Bernhard den Bildstock zu einer Kapelle erweitern und stiftete auch einen Altar, auf dem seine Namenspatrone Platz fanden. Das Gnadenbild stammte aus einem Kloster zu Koblenz und soll schon im Mittelalter große Verehrung genossen haben. Prinz Franz Bernhard war auch der erste, der sein Herz in der Kapelle bestatten ließ. Drei weitere Fürsten ließen nach seinem Vorbild ebenfalls ihre Herzen dort bestatten. Von dorther rührt die Namensänderung des Berges, der nun allgemein "Herzenberg" genannt wurde. Der Herzenberg wurde für die Bewohner des Hadamarer Landes eine Stätte, wo sie ihre Nöte und Sorgen der Muttergottes als "Trösterin der Betrübten" vortragen konnten. Zahlreiche Votivtafeln erzählen davon, dass Menschen hier Trost gefunden haben.

Öffnungszeiten
Der Innenraum ist zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Mai-September:
Sonntags 15.00 Uhr Andacht
Donnerstags 18.30 Uhr Gottesdienst

Info
info@katholischesHadamar.de
06433 / 930 50

 

Barocke Stadtpfarrkirche

Ehemalige Klosterkirche der Jesuiten aus dem 18. Jahrhundert und heutige Pfarrkirche von Hadamar. Die Spiegeldecke des durch Pilaster gegliederten Saalbaues wird vom Schmuckkartuschen gesäumt und trägt zwei große Deckengemälde, die das Martyrium und die Verherrlichung (Gloriole) des Kirchenpatrons Johannes Nepomuk darstellen. Drei Altäre, Kanzel, Beichtstühle und Orgelgehäuse stammen aus der Bauzeit des Hadamarer Barock.

Öffnungszeiten
täglich von 9.00 - 17.00 Uhr

Kontakt
Katholisches Pfarramt
Schlosgasse 11
65589 Hadamar

Tel.  06433 / 9305-0
Fax. 06433 / 9305-20

E-Mail info@katholischesHadamar.de


 

Evangelische Schlosskirche

Die im Südflügel des 1629 erbauten Hadamarer Schlosses gelegene Kapelle war zunächst als reformierte Hofkirche konzipiert worden, wurde aber nach dem Übertritt des Fürsten Johann Ludwig von Nassau Hadamar zum römisch-katholischen Glauben im Jahre 1630 als katholische Kirche geweiht. 1791 wurde durch staatlichen Erlass der reformierten Gemeinde, die 1752 durch ein Dekret der Prinzessin Anna von Oranien-Nassau gegründet wurde, die bis dahin katholische Schlosskirche übergeben. Entsprechend dieser Konfession wurde der Innenraum umgestaltet. Beichtstuhl und Hochaltar der Hofkirche wurden entfernt und durch eine zeitgemäße Empirekanzel und einen einfachen Altartisch ersetzt. Seitdem werden hier wieder an allen Sonn- Fest- und Feiertagen Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde Hadamar gefeiert. Im Schlosskirchensaal kann man die einzige Glocke sehen, die nach dem 1. Weltkrieg von dem damaligen Geläut im Turm hing, das sogenannten Silberglöckchen.

Kontakt
Evangelisches Pfarramt
Alte Chaussee 30
65589 Hadamar

Tel.  06433 / 23 57
Fax. 06433 / 7 03 26

E-Mail ev.pfarramt.hadamar@ekhn-net.de
 

Hoheholzkapelle
 

Die Hoheholzkapelle an der Straße nach Hundsangen ließ Fürst Franz Alexander 1699 erbauen. Hier wurden nach der Schlacht bei Leipzig im Winter 1813/14 hunderte von Soldaten, die im Hadamarer Lazarett an Typhus starben, in Massengräbern beigesetzt.


Kreuzkapelle
 

Am Ortsausgang von Niederzeuzheim nach Frickhofen grüßt im Schatten alter Bäume die Niederzeuzheimer Kreuzkapelle. Sie geht zurück auf eine Stiftung des Fürsten Alexander von Nassau-Hadamar an den Franziskanerorden und an die Gemeinde. Sowohl die Grundsteinlegung als auch die ersten Gottesdienste wurden im Jahr 1701 begangen. Die Weihe erfolgte allerdings erst im Jahr 1706. Vorbild des kleinen Gotteshauses dürfte die Kreuzkapelle von Trier gewesen sein, die einer Legende zufolge auf die Kaiserin Helena zurückgeht. Den kunstvollen Barockaltar von Johann Neudecker sowie die kostbare Reliquie vom Kreuz Christi verdanken wir ebenfalls Fürst Alexander von Nassau-Hadamar. 1856 wurde die Kapelle erstmals renoviert, auch ein neuer Altarstein wurde angeschafft. 1935 und 1990 folgten weitere Renovierungen.


Wendelinuskapelle
 

Einige Dutzend Meter neben dem Brückenkopf der St. Wendelinbrücke in Richtung Offheim befindet sich die Wendelinuskapelle in Niederhadamar, die um 1900 einen schon vorher bestehenden Bildstock ersetzte. Der Baukörper lässt sich in die Neugotik einordnen. Ein Firstreiter mit Glocke schmückt das Dach. Die flache Vorhalle weist mit ihrem welligen Dach die Formensprache des Jugendstils auf.

1910-1912 erbauten Privatleute aus Niederhadamar diese neue Wendelinuskapelle; zu dieser Zeit sah man in dem irischen Einsiedler einen Helfer gegen Viehseuche, einen Schutzpatron der Viehzucht.